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Stufenkonzpet

Es gibt ein, nur durch langfristige Zusammenarbeit erreichbares Ziel, das durch die Platzierung im Internat Grosshaus-Diemtigen erreicht werden soll: Wir möchten die uns anvertrauten jungen Menschen in eine Selbstständigkeit führen, die es ihnen ermöglicht, eine aktive und verantwortungsvolle Rolle in der Gesellschaft zu übernehmen. Da Selbstständigkeit am besten stufenweise erlernt wird, gibt es im Internat Grosshaus-Diemtigen ein zentrales Arbeitsinstrument: das Stufenkonzept.

Es umfasst drei Stufen:

Stufe I: Schüler (ab 10 Jahren)

Obwohl auch die Schüler ihrem Alter und Verhalten entsprechende Freiheiten geniessen (bzw. sich diese Freiheiten „erarbeiten“ können), gibt es bestimmte Rahmenbedingungen, die in dieser Stufe grundsätzlich gelten (bspw. die Verbindlichkeit des Jahresplans des Internats Grosshaus-Diemtigen).

Stufe II: interne Lehrlinge

Lehrlingen, die eine EFZ-Lehre, eine Attest-Lehre (EBA) oder eine zweijährige Berufsausbildung zum Praktiker nach INSOS (PrA) absolvieren, werden ihres neuen Lebensabschnitts entsprechend mehr Freiheiten gewährt (bspw. den Ausgang betreffend). Die Lehrlinge verbleiben auf ihrer bisherigen Wohngruppe, werden also weiterhin sozialpädagogisch betreut. Somit wird garantiert, dass die neuen Freiheiten in Überforderungssituationen wieder eingeschränkt werden können und der Lernprozess bezüglich Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Eigeninitiative nicht frühzeitig unterbrochen wird. Gleichzeitig können die Lehrlinge unter diesen Umständen eine verantwortungsbewusste Vorbildrolle für die auf der gleichen Wohngruppe lebenden Schüler einnehmen.

Stufe III: externe Lehrlinge (das sog. „extern begleitete Wohnen“)

Lehrlinge, die zu Lehrbeginn oder während der Lehre in eine Wohnung/WG ziehen, verfügen über ausreichend Kompetenzen um ihr Leben im Grossen und Ganzen selbstständig zu meistern. Die sozialpädagogische Begleitung findet hier nur noch punktuell statt (bspw. in Form von wöchentlichen Besuchen) und soll sicherstellen, dass die mit dem selbstständigen Wohnen einhergehenden Anforderungen nicht zu einer Überforderung führen.   

Das Stufenkonzept zielt darauf ab, dass die Jugendlichen schrittweise mehr Verantwortung übertragen bekommen. Um von einer in die nächste Stufe übertreten zu können ist es dementsprechend notwendig, dass der Jugendliche seine Selbstständigkeit über einen längeren Zeitraum unter Beweis gestellt hat.

Je länger Jugendliche im Internat Grosshaus-Diemtigen leben, desto bessere Zukunftschancen eröffnen sich ihnen, da sie schrittweise gelernt haben, mit Freiheiten umzugehen. Aus diesem Grund werden ausschliesslich langfristig ausgelegte Platzierungen im Internat Grosshaus-Diemtigen akzeptiert.

 

Interne Schule

Eine langfristig angelegte Platzierung ermöglicht es zudem, die Jugendlichen zu selbstbewussten, mündigen und ihren Ressourcen entsprechend gebildeten Bürgern heranwachsen zu lassen. Neben der im Internat Grosshaus-Diemtigen gelebten ganzheitlichen Förderung, ist hierbei nicht zuletzt die Beziehungsarbeit ein wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit. Die Tagesstruktur des Internats Grosshaus-Diemtigen deckt sämtliche Lebensbereiche der Schüler ab: Das allgemeine Zusammenleben, die Schule, die Arbeit und die Freizeit.

Als Schulinternat wird im Internat Grosshaus-Diemtigen viel Wert auf eine enge Zusammenarbeit von Lehrern und Betreuern gelegt. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es, Entwicklungsschritte und Verhaltensweisen gleichzeitig wahrzunehmen und einheitlich, da koordiniert, auf sie zu reagieren: Ist in der Schule oder im Alltag eine positive Entwicklung erkennbar, so gilt diese als Ressource und damit als Chance, eine positive Veränderung herbeizuführen oder zu verstärken. 

Im Regelfall wird in der internen Schule auf Realniveau nach dem bernischen Lehrplan 21 (32 Lektionen/Woche) unterrichtet. Die Umsetzung des Lehrplans 21 erfolgt je nach Wissensstand des Jugendlichen, wird also ressourcenorientiert - in Form von individualisierten Lernwegen – gehandhabt.

Die Klassenzuteilung geschieht ebenso individuell wie die Umsetzung des Lehrplans 21. Berücksichtigt werden in jedem Fall das Alter und Niveau des Jugendlichen sowie seine Möglichkeiten, sich in das jeweilige Klassengefüge zu integrieren.

Die beiden modern ausgestatteten Schulzimmer des Internats Grosshaus-Diemtigen sind im Gebäude „Hirschen“ untergebracht. 

 

Erlebnispädagogik

Die im Internat Grosshaus-Diemtigen gelebte Erlebnispädagogik zeichnet sich durch sportlich-abenteuerliche Unternehmungen in der Natur aus, die es den Jugendlichen ermöglicht, aus dem Alltag herauszutreten und durch sportliche Betätigung sich und ihre Talente, aber auch ihre Grenzen, besser kennenzulernen. Indem die Jugendlichen persönliche Grenzen überwinden, erlangen sie Vertrauen in sich und ihre Mitmenschen.

Die in den erlebnispädagogischen Unternehmungen erlebten Erfahrungen sollen die uns anvertrauten jungen Menschen jedoch auch in den Alltag transferieren: Sie sollen bemerken, dass all ihre Handlungen Auswirkungen auf ihr Leben und ihre persönliche Entwicklung haben. Wir versuchen dies, wann immer möglich, den Jugendlichen aufzuzeigen. Oder besser noch: Es sie selbst erleben zu lassen. 

 

Pro Kalenderjahr finden fünf erlebnispädagogische Lager statt:

- Snowboardlager

- Gleitschirmlager (für Jugendliche ab 15 Jahren)

- Surflager

- Erlebnislager

- Alpen-Trekking

 

Neben diesen Lagern stehen die Dienstagnachmittage für die Durchführung von erlebnispädagogischen Unternehmungen zur Verfügung (bspw. Mountainbiken, Wandern).

 

Bau

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit des Internats Grosshaus-Diemtigen besteht darin, die Jugendlichen bestmöglich auf die berufliche Integration vorzubereiten.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde über die Jahre das sog. „Bauteam“ aufgebaut. Ein Arbeitseinsatz im Bauteam kann einerseits eine pädagogische Massnahme darstellen (bspw. um in den Ferien Schulden abzuarbeiten oder als Überbrückungsmassnahme bei Schulmüdigkeit).

Andererseits stellt er eine konkrete berufliche Eingliederungsmassnahme dar: Jugendliche können hier eine EBA-Lehre absolvieren, angehende Lehrlinge können nicht nur einen Einblick in den Berufsalltag gewinnen, sondern gleichzeitig auch auf eine Lehre im Baugewerbe vorbereitet werden. Dieser letzte Punkt stellt v.a. für Jugendliche, die nicht mehr schulpflichtig sind, jedoch noch keine schulische oder berufliche Anschlusslösung gefunden haben, eine sinnvolle Überbrückungsmassnahme dar. Auf diese Weise werden geordnete Tagesstrukturen aufrechterhalten und die Jugendlichen können bereits erste Berufserfahrungen sammeln.

 

Die folgenden Ausbildungen können institutsintern angeboten werden: 

- Baupraktiker PrA 

- Betriebspraktiker PrA

- Baupraktiker EBA

 

Für Jugendliche, die eine Ausbildung in einem externen Betrieb absolvieren können, bestehen viele, gute Kontakte zum regionalen Gewerbe.

 

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