header image

Kinder und Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS)

Um zu verhindern, dass den Ressourcen der Jugendlichen mit ASS nicht ausreichend Rechnung getragen werden kann, wurde mit der Aussenwohngruppe Aeschi ein Betreuungsangebot aufgebaut, in welchem ein förderliches und strukturiertes Umfeld für sie besteht. In diesem bedürfnisgerechten Rahmen sollen die platzierten jungen Menschen Autonomie und Selbstbestimmung leben können und hinsichtlich einer selbstständigen Lebensführung gefördert und unterstützt werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Unterstützung der Jugendlichen bei der Erreichung ihrer persönlichen Ziele, die nicht zuletzt die berufliche Integration beinhalten: Neben einer autonomen Lebensführung und der Fähigkeit, sich in gesellschaftlichen Zusammenhängen bewegen zu können, sollen ihnen auch Möglichkeiten eröffnet werden, Tätigkeiten nachzugehen, in welchen ihr Potenzial zum Ausdruck kommt. Ihren spezifischen Bedürfnissen wird dabei mit verschiedenen Fördermassnahmen begegnet:

Geschützter Lernraum für Soziale Interaktion/Kommunikation mit nicht-autistischen Personen:

Kinder und Jugendliche mit ASS benötigen häufig weniger sozialen Austausch, weshalb alltäglich Interaktionen zielorientiert und nicht mit dem Zweck des «Zusammenseins» vollzogen werden. Zudem fassen sie Gesagtes wortwörtlich auf. Diese Verhaltensweisen und Interpretationen von Gesagtem löst sowohl bei Mitmenschen als auch bei den Betroffenen selbst Irritationen aus. Die Bezugspersonen der Jugendlichen sind deren „Dolmetscher“, die bei Bedarf Gesagtes rechtfertigen bzw. detaillierter erklären um Missverständnisse und Irritationen bei den Beteiligten zu vermeiden. Gleichzeitig reflektieren und analysieren die Bezugspersonen Frustrationen, die aus den eben erwähnten Irritationen und Missverständnissen gemeinsam mit den Jugendlichen. So eröffnet sich ein Lernraum, in welchem neue, gesellschaftlich angemessene Verhaltensmöglichkeiten erarbeitet und im geschützten Raum der Aussenwohngruppe Aeschi erprobt werden können. Dieses «Sozialtraining» findet im Alltag statt, also genau dann, wenn ein Jugendlicher mit ASS bspw. in einer Unterhaltung mit einem nicht-autistischen Jugendlichen mit einer ironischen Bemerkung konfrontiert wird. Die Erzieher achten jedoch darauf, dass die Konfrontation mit der Aussenwelt bzw. dem Neuen nicht überhandnimmt.  

Haltung sich selbst gegenüber: 

Doch nicht im Umgang mit anderen, auch sich selbst gegenüber müssen Kinder und Jugendliche mit ASS oftmals erst einen adäquaten Umgang erlernen. Hierzu zählt insbesondere, dass sie lernen, eigene Fehler zu akzeptieren und von sich selbst nicht immer absolute Perfektion zu erwarten. Auch in diesem Prozess unterstützen die Bezugspersonen die Jugendlichen.       

Reizüberflutung:

Eine besondere Herausforderung für Kinder und Jugendliche mit ASS stellt das direkte Filtern von Reizen dar: Reize prasseln oftmals unkontrolliert und gleichzeitig auf sie ein. Um sich zu erholen und Zeit für das Einordnen dieser Reize zu haben, ist es enorm wichtig, dass Kindern und Jugendlichen mit ASS im Alltag ausreichend Rückzugsmöglichkeiten angeboten werden. Dies ist einer der Gründe, weshalb den Kindern und Jugendlichen in der Aussenwohngruppe Aeschi Einzelzimmer zur Verfügung stehen. Gleichzeitig sind Kinder und Jugendliche mit ASS nicht verpflichtet an Freizeitangeboten teilzunehmen. Denn diese lösen oftmals grosse Ängste aus: Auf Grund von Hyper- oder Hyposensitivitäten stellen taktile Reize wie bspw. Wasser einen enormen Stressfaktor für die Betroffenen dar.           

Spezialinteressen:

Bei der Freizeitgestaltung werden dementsprechend den besonderen Interessen (den sog. Spezialinteressen) der Jugendlichen Rechnung getragen. Kinder und Jugendliche mit ASS interessieren und vertiefen sich in ein ganz bestimmtes Themengebiet – oftmals im IT-Bereich – und eignen sich somit Expertenwissen an, welches ein ungemeines Potenzial darstellt. Es ist insgesamt von grosser Bedeutung, den Jugendlichen ausreichend Raum für das Ausleben ihrer Spezialinteressen zuzugestehen. Da sich aus diesen Interessen oftmals besondere Talente und berufliche Fähigkeiten ableiten lassen, stellen sie eine enorme Ressource der Jugendlichen dar und sollen deshalb dementsprechend gefördert werden. Um dies zu gewährleisten, werden in sämtlichen Lebensbereichen (Schule, Wohnen und Freizeit) Rahmenbedingungen geschaffen, die dies ermöglichen.

NEWS
Musikvideoprojekt

Musikvideoprojekt

Es war ein wunderbares Jubiläum

Sonne, Meer und Strand!

Wow! ...und wieder gewonnen!

Gratulation zum Sieg!

Schnee! Spiel! Spass!

Super Einsatz!