Konzept Internat (Zusammenfassung)
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Im Internat Grosshaus in Diemtigen leben maximal 18 männliche Jugendliche auf drei Gruppen. Zusätzlich werden bis zu vier Lehrlinge im externen Wohnen betreut. In den beiden gemütlichen Häusern im Berner Oberland wollen wir ein möglichst familiäres, stressfreies Zusammenleben organisieren.
Aufgenommen werden normalbegabte, männliche Jugendliche ab 10 Jahren, die sich in ihrem Herkunftsmilieu nicht zurechtfinden. Sie weisen ein auffälliges Verhalten und Lernschwierigkeiten auf und sind in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Umfeld gefährdet.
Sie lernen Konfliktbewältigungsstrategien und annehmbare Umgangsformen, womit sie in unserer Gesellschaft ihren Platz finden und bestehen können.
Nach einer ersten Phase des Kennenlernens versuchen wir zu jedem einzelnen Jugendlichen eine Beziehung aufzubauen, die als Grundlage dienen soll, um ressourcenorientiert an seinen individuellen Problemen zu arbeiten. Wir betrachten eine persönliche, tragfähige, erprobte Beziehung als wichtigstes pädagogisches Instrument, das uns zur Verfügung steht.
Aus diesem Grund streben wir langfristige Plazierungen an und wünschen uns eine aktive Mitarbeit von Eltern und Ämtern.
Wir wollen den Jugendlichen durch klare, verständliche Strukturen Grenzen setzen, aber auch Sicherheit vermitteln. Gesellschaftlich mehr oder weniger tolerierte Verstösse gegen Gesetze, wie Rauchen, Konsum von weichen Drogen, aber z.B. auch das Hören von Musik mit menschenverachtenden Texten sind im Grosshaus nicht erlaubt. Wir sind uns bewusst, dass dies für die Jugendlichen nicht sehr attraktiv ist, sind aber überzeugt, dass sie dadurch nicht nur den Umgang mit Grenzen und Gesetzen lernen, sondern auch einen gewissen Schutz in einer schwierigen Phase ihres Lebens geniessen.
Ein wichtiges Element im sozialpädagogischen Alltag ist die Erlebnispädagogik.
Zur Erlebnispädagogik gehören unserer Ansicht nach nicht nur die abenteuerlichen und sportlichen Unternehmungen, bei denen die Jugendlichen zweifelsfrei an ihre persönlichen Grenzen stossen und beim Überwinden derselben an Selbstvertrauen und Vertrauen in die Menschen in ihrem Umfeld gewinnen.
Wachsen sollen die uns anvertrauten jungen Menschen auch im Alltag, indem sie merken, dass alle ihre Handlungen und auch das Unterlassen derselben Auswirkungen auf ihr Leben und ihre persönliche Entwicklung haben. Wir versuchen dies, wenn immer möglich, den Jugendlichen aufzuzeigen oder, besser noch, es sie selbst erleben zu lassen.
In unserer Schule wollen wir in kleinen, übersichtlichen Klassen und über die persönliche, vertrauensvolle Beziehung zum Lehrer, jeden einzelnen Jugendlichen, individuell und ressourcenorientiert, zu seiner eigenen schulischen Bestleistung hinführen. Unsere Lehrer unterrichten die Jugendlichen nach dem offiziellen Lehrplan des Kantons Bern. Ziel des Unterrichts ist ein Schulabschluss auf Real- oder Kleinklassenniveau und damit die Befähigung für eine Lehre oder Attestlehre. Um für den Jugendlichen in der aktuellen Phase richtig reagieren und damit die gesteckten Ziele erreichen zu können, ist es uns wichtig, dass wir eine gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Heimalltag, aber auch mit den Eltern und den Verantwortlichen des einweisenden Amtes haben.
Alle Mitarbeiter des Internats Grosshaus bekennen sich zum Glauben an Jesus Christus. Sie gehören zu verschiedenen christlichen Gemeinden und versuchen ihr Leben nach den Grundlagen der Bibel zu führen.
Wir nehmen Jugendliche jeder Religionszugehörigkeit auf und versuchen nicht sie zu irgendetwas zu bekehren. Wir nehmen uns aber die Freiheit, bei Fragen klar zu unserem persönlichen Glauben Stellung zu beziehen.
Wir möchten grundsätzlich nichts sagen ohne, dass wir gefragt werden, wir möchten aber so leben, dass wir möglichst oft gefragt werden.

